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Der Hering, eine Tradition die bald verschwunden sein wird!?

Gepubliceerd op
8 november 2010

Das Essen von rohem oder lecker überbackenem Hering gehört für die meisten Niederländer zu einer Tradition, die fest in ihrer Gesellschaft verankert ist. Eine Tradition, die bald verschwinden wird, wenn nicht rechtzeitig etwas unternommen wird!

Jeder Niederländer isst ca. 14 kg Fisch pro Jahr, Tendenz steigend. Mit der Nordsee vor der Haustür, ist das „Silber der Nordsee“, wie ihr populationsstärkster Bewohner, der Hering, genannt wird, eine leichte Beute. Mit rund 416 Schiffen und Trawlern geht es hinaus auf die offene See und erst wenn die Netze voll sind, wird umgekehrt. Die meist gefangenen Fischsorten sind die Seezunge, die Scholle und der Hering. Im Jahre 1957 erschien in einer Fischereizeitung ein Artikel über „Roufbouw in de haringvisserij“. Daraufhin entbrannte eine Diskussion über die ökologisch vertretbare Fangmenge des Herings, da dieser für ganz Europa von Bedeutung ist. Darauf folgten Untersuchungen die ergaben, dass die Population bereits kritische Werte angenommen hatte und dass auch das Ökosystem der Nordsee bedroht war, da der Hering die Nahrungsgrundlage für viele andere Arten, wie z. B. dem Alk, ist. Ein Fangstopp, ausgerufen durch den Europäischen Fischereirat, sollte die Population stärken und damit auch die Nordsee wieder ins Gleichgewicht bringen.

Doch der Mensch hat ja bekanntlich seinen eigenen Kopf. Es wurde munter weitergefischt und nicht einmal vor Schutzzonen Halt gemacht. Wieder einmal bewies der Mensch, dass ihm das eigene Wohl am wichtigsten ist, egal ob es zu Lasten der Tiere oder sogar der gemeinsamen Lebensumgebung geht.Organisationen wie der MSC und der WWF veröffentlichen Listen, in denen steht, welche Fische man essen kann, ohne der Population zu schaden. Obwohl der Hering aus der Nordsee auf diesen Listen steht wird angeraten, nur Heringe mit dem Siegel der nachhaltigen Fischerei zu kaufen. Leider richtet sich die Masse der Leute nicht danach und kauft das, was am billigsten ist und oft mit zerstörerischen Fangtechniken - Schleppnetzen gefischt wurde. Wann erkennt die Gattung Mensch, dass es so nicht weiter gehen kann? Ist das Ökosystem Nordsee erst einmal leer gefischt, dann ist es zu spät und es ist nichts mehr zu retten. Die Folgen für den Klimawandel und die Biodiversität auf der Erde wären schwerwiegend.

Aber wie soll es weiter gehen? Es muss fest in den Köpfen der Menschen verankert werden, dass wir nur diese eine Nordsee mit ihrem Artenreichtum haben. Die Leute sollten sich in Zukunft schämen, auch nur daran zu denken, einen Hering zu kaufen, und damit die Population weiter in den Keller zu treiben. Mit einer guten Kampagne und gezielter Aufklärungsarbeit ist der Hering noch zu retten! Das Schicksal des Herings (und auch das seiner Artgenossen liegt) in den Händen der Fischerei und der Verbraucher; sie können mit Verständnis und Einsicht dafür sorgen, dass der Hering auch in Zukunft ein Teil der niederländischen Tradition bleibt.Der Mensch sollte seine Machtposition sinnvoll ausüben!

Katharina Herrmann, Tiermanagementstudent, Hochschule Van Hall Larenstein